Diskussions- und Vortragsabend »Tihange: Was tun im Ernstfall?« des Ortsverbandes Bündnis 90/DIE GRÜNEN Nideggen

Konsens an diesem Abend – Abschalten ist der beste Schutz

Meldungen zu Störfällen in Tihange lassen immer mehr Bürgerinnen und Bürger beunruhigt aufhorchen. Zunehmend wollen sie verstehen, wodurch diese verursacht werden und was auf sie zukommt, falls die atomare Katastrophe eintritt. Und genau hieran setzte der Ortsverband Nideggen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN mit dem Gesprächsabend an. Die Vorsitzende des Ortsverbandes Gudrun Zentis begrüßte die Vortragenden und das Publikum.

Jörg Schellenberg, Akteur des Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie, veranschaulichte in seinem Vortrag die technischen Details des Druckwasserbehälters in Tihange, der aus Stahl gefertigt ist und in dem sich nachweislich Risse befinden. Zudem betonte er, dass die Gesundheit der Menschen riskiert wird, damit ein Konzern ungehindert auf Kosten aller Gewinne machen kann.

Aus politischer Sicht schilderte Hans Christian Markert, Mitglied des Landtages und Sprecher für Umwelt-, Verbraucher- und Anti-Atompolitik, welche Möglichkeiten bestehen, um die belgische Regierung von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Atomkraftwerke in Tihange und Doel abzuschalten. Diese Zustände der internationalen Bedrohung könnten mit einer europäischen Strategie zur Kernenergie eingeschränkt werden. Um den Forderungen mehr Gewicht zu verleihen, wies er auf die starke und immer stärker werdende Mitarbeit der Zivilgesellschaft hin.

Zu der Frage, was zu tun ist, wenn der Ernstfall eintritt und welche Herausforderungen sich in diesem Fall ergeben, äußerte sich im letzten Vortrag Marco Schmunkamp, Bürgermeister der Stadt Nideggen. Die Verwaltung entwickle gegenwärtig einen Katastrophenschutzplan, in dem auch die Verteilung der Jodtabletten, die vor allem bei Kindern Schilddrüsenkrebs verhindern sollen, thematisiert werde. In diesem Zusammenhang wies Marco Schmunkamp auf die App „NINA“ hin (http://www.bbk.bund.de/DE/NINA/Warn-App_NINA.html), die Bürgerinnen und Bürger über unterschiedliche Gefahrenlagen informiert.

Konsens herrschte hinsichtlich der sichersten Maßnahme, einen atomaren Ernstfall zu verhindern: die maroden Kraftwerke unmittelbar abschalten.

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld

Mit der Nutzung dieses Formulars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer Daten durch diese Website einverstanden. Weiteres entnehmen Sie bitte der Datenschutzerklärung.